Es ist schon eine Weile her, aber nach wie vor hochaktuell – eine absolute Sehempfehlung von uns!
Im November 2024 widmete sich SRF in der Themenwoche «KI und wir» (wir berichteten darüber :SRF Themenwoche «KI und wir») intensiv der Künstlichen Intelligenz (KI). Ein Höhepunkt war die Livesendung «Einstein Spezial» am 21. November, moderiert von Kathrin Hönegger und Tobias Müller, live aus der ETH Zürich. Die Sendung stellte die Frage: «Was kann KI wirklich?» Durch spielerische Experimente und interaktive Elemente wurde die Leistungsfähigkeit von KI gemeinsam mit dem Publikum untersucht.
Während der 90-minütigen Sendung wurden verschiedene Aspekte der KI beleuchtet und ermöglichte es dem Publikum, KI live zu erleben, deren Hintergründe zu verstehen und die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologie einzuordnen.
Highlights aus der Sendung:
KI-generierte Musik:
In diesem Experiment wurde untersucht, ob klassische Musikstücke, die von KI-Systemen komponiert wurden, von menschlichen Kompositionen zu unterscheiden sind. Dazu präsentierte man dem Publikum sowohl von Menschen als auch von KI komponierte Musikstücke, ohne dabei die Urheberschaft offenzulegen. Anschliessend wurde das Publikum gebeten, zu raten, welches Stück von einer KI und welches von einem Menschen stammt. Dieses Experiment zielte darauf ab, die Fähigkeiten von KI in der kreativen Kunst zu demonstrieren und Fragen zur Originalität und Kreativität von KI-generierter Musik aufzuwerfen.
Deepfake-Analyse:
Ein weiteres Experiment widmete sich der Analyse von Deepfakes – also manipulierten Bildern oder Videos, die mithilfe von KI erstellt wurden und täuschend echt wirken. Zwei Expert*innen vom SRF-Netzwerk Faktencheck präsentierten dem Publikum verschiedene Medieninhalte und diskutierten gemeinsam, welche davon echt und welche manipuliert waren. Besonders eindrücklich war ein Bild von Papst Franziskus in einer trendigen weissen Jacke, das viral ging und von vielen für echt gehalten wurde. Die SRF-Faktenchecker gaben wertvolle Tipps, woran man KI-generierte Inhalte erkennen kann: Darunter fehlerhafte Hände, verzerrte Schriftzüge und unpassende Schatten.
KI-Avatar «Ava» als Moderations-Sidekick:
Auch die Sprache war ein zentrales Thema. Der KI-Avatar Ava, speziell für die Sendung entwickelt, führte Gespräche mit den Moderatoren. Dabei wurde klar, dass KI zwar immer plausibler spricht, aber kein echtes Verständnis besitzt. Ein Tic-Tac-Toe-Spiel verdeutlichte dies: Ava erkannte zwar das Spielfeld, interpretierte aber die Regeln falsch und kommentierte den falschen Sieger. Dies zeigt, dass KI eher statistische Muster erkennt als wirkliche Zusammenhänge versteht.
KI-generierte ESC-Teilnahme Liechtensteins:
Comedian und KI-Enthusiast Patrick Karpiczenko «Karpi» präsentierte ein satirisches Projekt, bei dem er mithilfe von KI eine alternative Realität erschuf, in der Liechtenstein regelmäsig am Eurovision Song Contest (ESC) teilnimmt. Dazu generierte er Bilder, Videos und Musik, die diese fiktive Teilnahme untermauern sollten. Dieses Experiment verdeutlichte, wie KI genutzt werden kann, um überzeugende, aber fiktive Inhalte zu erstellen, und regte zur Diskussion über die ethischen Implikationen solcher Technologien an.
Roboterhand und Roboterhund «ANYmal»:
Forschende der ETH Zürich präsentierten Roboter mit KI-gesteuerten Händen und Beinen, die komplexe Bewegungen ausführen können. In einem Live-Test versuchte ein Roboter, über Hindernisse zu klettern – mit wechselndem Erfolg. Während der erste Versuch gelang, scheiterte er an einer zusätzlichen Kiste und stürzte. Dies machte deutlich, dass Roboter zwar enorme Fortschritte gemacht haben, aber von menschlicher Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit noch weit entfernt sind.
– Roboterhand aus dem Soft Robotics Lab: Diese weiche Roboterhand ist in der Lage, mit intelligenten Handgriffen einfache Arbeiten zu verrichten.
– Roboterhund «ANYmal»: Dieser vierbeinige Roboter ist für den Einsatz in unwegsamem Gelände konzipiert und kann autonom Hindernisse überwinden.
Sehende KI – Wie kann KI den Alltag erleichtern?
Ein weiterer wichtiger Bereich, in dem KI bereits eine Rolle spielt, ist die Unterstützung für blinde und sehbehinderte Menschen. In der Sendung wurde ein Tool getestet, das Speisekarten analysiert und Informationen vorliest. Die Technologie steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, da es oft Probleme bei der Texterkennung gibt. Dennoch wurde deutlich, welches Potenzial KI für die Inklusion bieten kann.
Quellen:
SRF (2024). Was kann KI wirklich? «Einstein» macht den Realitäts-Check! [13.2.25]
SRF (2024). «KI erleben – ohne Backup und Firewall». [13.2.25]
SRF Medienportal (2024). «Einstein Spezial» live aus der ETH Zürich. [13.2.25]