Die EU Kids Online Schweiz Studie informiert umfassend über die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz: Welche Risiken begegnen Kindern tatsächlich? Wo wünschen sie sich Unterstützung? Und wie können KI-Tools sinnvoll eingesetzt werden?
EU Kids Online Schweiz
Die Schweizer Studie wurde vom Institut für Medien und Schule der Pädagogischen Hochschule Schwyz durchgeführt, verfasst von Martin Hermida & Marco Hartmann und unterstützt durch die nationale Plattform Jugend und Medien, die Schweizerische Kriminalprävention und die Stiftung Action Innocence.
Befragt wurden 1’390 Schülerinnen und Schüler aus 80 Schulklassen im Alter von 9 bis 16 Jahren sowie 79 Lehrpersonen aus allen drei Sprachregionen. Die Befragung für diesen Bericht fand im Frühjahr 2025 statt. Die Schweizer Beteiligung an EU Kids Online erfolgte erstmals 2013, danach 2019 und nun 2025. Die Studie erfasst ein breites Spektrum: EU Kids Online Schweiz liefert Ergebnisse zu den Themen Medienkompetenz, Kommunikation, Cybermobbing, sexuelle Inhalte und sexuelle Kommunikation, Datenschutz, finanzielle Risiken, Schutz der Privatsphäre, Diskriminierungen, Cyberhate und Kontakt mit Fremden im Internet.
Digitale Risiken im Alltag von Kindern und Jugendlichen
Die repräsentative Studie «EU Kids Online Schweiz» zeigt: Digitale Risiken sind für Kinder und Jugendliche allgegenwärtig und kaum vermeidbar.
- Am häufigsten begegnen sie Hatespeech und problematischen nutzergenerierten Inhalten (31% der Befragten). Darunter fallen Inhalte, die unangemessene Wertvorstellungen, Verhaltensweisen oder illegales Wissen verbreiten.
- Es folgen sexuelle Darstellungen (24%) und
- das Veröffentlichen persönlicher Daten (21%).
Altersunterschiede: Die meisten Risiken nehmen mit dem Alter zu – besonders betroffen sind 15-/16-Jährige. Bei einzelnen Risiken wie übermässigen In-App-Käufen oder Cybermobbing bleibt der Anteil Betroffener ab 12/13 Jahren jedoch relativ konstant.
Geschlechterunterschiede: Insgesamt sind die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gering. Deutlich wird der Unterschied aber bei übermässigen Ausgaben für In-App-Käufe oder Online-Spiele (4% der Mädchen, 15% der Jungen) und beim Kontakt mit sexuellen Darstellungen (28% der Jungen, 20% der Mädchen).
Diese Unterstützung wünschen sich die Kinder Jugendlichen
Kinder und Jugendliche wünschen sich in verschiedenen Bereichen der Internetnutzung mehr Unterstützung.
- Je etwa ein Drittel möchte mehr Hilfe bei der Beurteilung von Fake News (37%),
- beim Schutz der eigenen Daten (35%) oder
- dabei, wie man bei Cybermobbing helfen kann (31%).
- Über ein Viertel (28%) wünscht sich Tipps, wie man die Online-Zeit besser einteilen kann – bei den 15-/16-Jährigen ist es sogar über ein Drittel (35%).
Geschlechterunterschiede: Mädchen zeigen generell etwas mehr Interesse an Unterstützung. Besonders gross ist der Unterschied beim Wunsch nach Hilfestellungen zum Thema Fake News.
KI-Tools im Medienalltag von Kindern und Jugendlichen
KI-Tools sind im Medienalltag von Kindern und Jugendlichen bereits weit verbreitet: 53% aller Befragten haben solche Tools im Monat vor der Befragung genutzt. Mädchen und Jungen unterscheiden sich dabei kaum.
Altersunterschiede: Während 21% der 9-/10-Jährigen KI-Tools nutzen, steigt der Anteil mit dem Alter markant an – bei den 15-/16-Jährigen sind es bereits 80%.
Hauptgründe für die Nutzung: KI-Tools werden vor allem als Hilfe für die Schule eingesetzt. Im letzten Monat liessen sich 26% der Befragten Texte zusammenfassen oder erklären, 22% nutzten KI-Tools, um Aufsätze oder Geschichten für die Schule zu schreiben. Besonders beliebt sind diese Funktionen bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe: 54% liessen sich dort Texte zusammenfassen oder erklären. Auch hier sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern minimal.
Inhalte mit KI aufbereiten: Ein Praxistest mit NotebookLM
Wie können wir die zentralen Erkenntnisse der «EU Kids Online Schweiz»-Studie verständlich und ansprechend vermitteln? Um das zu testen, haben wir NotebookLM eingesetzt – ein KI-Tool, wovon wir bereits berichteten und das gezielt Quellen analysiert und Inhalte in verschiedenen Formaten aufbereiten kann. Aus der Studie haben wir mit NotebookLM ein kurzes Video erstellt, das die wichtigsten Ergebnisse prägnant zusammenfasst. Wie findest du das Ergebnis?
Hintergrund und Kontext zur Studie
Die «EU Kids Online Schweiz» ist Teil des europäischen Forschungsnetzwerks EU Kids Online, das wiederum ein Kooperationspartner der Global Kids Online-Initiative ist und sich mit den Chancen, Risiken und der Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Internet befasst.
Das Ziel: Evidenzbasierte Grundlagen für Familien, Schulen, Politik und weitere Akteure schaffen, um die digitale Welt für Kinder und Jugendliche sicherer und gewinnbringender zu gestalten. Die Ergebnisse zeigen nicht nur auf, wo Unterstützung nötig ist, sondern auch, wie junge Menschen neue Technologien nutzen und bewerten.
Download Ergebnisse aus der Schweizer Studie 2025
Infografiken Schweiz:
Ergebnisberichte:
Quellen:
EU Kids Online Schweiz (o.J.). EU Kids Online Schweiz. [2.1.25]
Global Kids online (2025). EU Kids Online. [2.1.25]
London School of Economics and Political Science (LSE) (2025). EU Kids Online. [2.1.25]
Hermida, M., Hartmann, M. (2025). EU Kids Online Schweiz. Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche im Internet. Institut für Medien und Schule, Pädagogische Hochschule Schwyz. https://doi.org/10.5281/zenodo.17654069
Pädagogische Hochschule Schwyz (2025). Neue Studie: EU Kids Online Schweiz. [26.11.25]
Pädagogische Hochschule Schwyz (2025). Fast jedes dritte Kind sieht Hassrede im Netz – viele wünschen sich mehr Unterstützung bei Fake News und Cybermobbing. [26.11.25]