Die psychische Gesundheit ist ein entscheidender Bestandteil des allgemeinen Wohlbefindens und der Lebensqualität von Jugendlichen. Sie beeinflusst nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe und Leistungsfähigkeit. Die Jugendzeit ist geprägt von intensiven körperlichen, emotionalen und sozialen Veränderungen. Diese Übergangsphase bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Wer früh lernt, die eigenen Ressourcen zu stärken, kann künftige Belastungen besser bewältigen.
Wachsende Belastung unter Jugendlichen
Gemäss dem Nationalen Gesundheitsbericht 2025 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) hat die psychische Belastung bei Jugendlichen bereits vor der Covid-19-Pandemie zugenommen. Die Krise wirkte jedoch wie ein Verstärker. Besonders bei den 11- bis 15-Jährigen sind häufige psychoaffektive Beschwerden wie Traurigkeit, Müdigkeit und Ängstlichkeit gestiegen – 2022 war fast die Hälfte betroffen. Rund ein Fünftel der 16- bis 25-Jährigen berichtete über mittelschwere bis schwere Depressionssymptome, wobei Mädchen und junge Frauen deutlich häufiger betroffen waren.
Auch die St.Galler Jugendstudie 2025 zeigt: Jugendliche fühlen sich zunehmend gestresst, überfordert und unter Druck gesetzt. Besonders Themen wie Schule, Zukunftsängste und der Einfluss sozialer Medien werden als belastend empfunden.
Ursachen und Einflussfaktoren
Die Ursachen für psychische Belastungen sind vielfältig. Das Mediendossier der Gesundheitsförderung Schweiz (2025) nennt mehrere zentrale Einflussfaktoren:
Leistungsdruck und Stress: Hohe schulische Anforderungen können zu Überlastung und Erschöpfung führen. Entscheidend ist, die Selbstwirksamkeit zu stärken und Strategien zur Stressbewältigung zu fördern.
Soziale Medien: Plattformen können Selbstbild und Wohlbefinden beeinflussen – positiv wie negativ. Besonders bei jungen Frauen verstärkt der Vergleichsdruck die Unzufriedenheit mit sich selbst.
Geschlecht und Rollenbilder: Gesellschaftliche Erwartungen und Normen prägen das Selbstverständnis und die psychische Stabilität.
Sozioökonomische Lage: Jugendliche aus finanziell schwächeren Familien sind stärker gefährdet, da ihnen oft Unterstützungs- und Bewältigungsressourcen fehlen.
Übergänge im Leben: Der Wechsel von der Schule in die Ausbildung oder ins Berufsleben ist eine sensible Phase, in der psychische Belastungen häufig zunehmen.
Einblicke aus der SRF-Videoreihe «Mental Health bei Jugendlichen»
In der SRF-Videoreihe erzählen Jugendliche offen von ihren Erfahrungen mit psychischen Herausforderungen. Die Beiträge geben authentische Einblicke in die Lebenswelt der jungen Generation. Lehrpersonen können begleitendes Unterrichtsmaterial nutzen, um mit ihren Klassen über mentale Gesundheit zu sprechen. Die Reihe bezieht sich auf die im Lehrplan 21 formulierten Überfachlichen Kompetenzen – Gesundheit und richtet sich an Sek-I- und Sek-II-Schülerinnen und -Schüler. Ziel ist es, das Verständnis für das Zusammenspiel von physischem, psychischem und sozialem Wohlbefinden zu fördern.
Beispiel:
Im Video «Ich und mein Handy» reflektieren Jugendliche ihren Umgang mit dem Smartphone. Sie diskutieren, wie Social Media das eigene Wohlbefinden beeinflusst – von Freude und Zugehörigkeit bis hin zu Stress und Abhängigkeit. Die begleitenden Aufgaben regen zur Selbstbeobachtung an: Lernende schätzen ihre tägliche Bildschirmzeit, analysieren das eigene Nutzungsverhalten und erfahren, wie das Belohnungssystem im Gehirn auf Likes und neue Inhalte reagiert.
Psychische Gesundheit braucht Aufmerksamkeit und Handlung
Die psychische Gesundheit von Jugendlichen ist kein Randthema, sondern eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Schulen, Familien und Institutionen sind gefordert, präventiv zu handeln, offen über mentale Belastungen zu sprechen und den Zugang zu Unterstützung zu erleichtern. Wie die Gesundheitsförderung Schweiz betont, sind frühe Förderung, offene Kommunikation und der Aufbau psychischer Ressourcen entscheidend, um Jugendlichen Wege in ein gesundes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Gleichzeitig lohnt es sich, auch bei sich selbst hinzuschauen: Wie geht es mir eigentlich mental? Wo tanke ich Energie, wo zehrt der Alltag an mir? Denn nur wer auf die eigene psychische Gesundheit achtet, kann andere wirksam begleiten.
Hast du als Lehrperson das Thema bereits mit deiner Klasse aufgegriffen? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht? Teile deine Gedanken und Ideen gerne in den Kommentaren.
Quellen:
Gesundheitsförderung Schweiz (2025). Dossier: Psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. [23.10.25]
SRF (2025). Mental Health: Was Jugendliche wirklich beschäftigt. [23.10.25]
Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan) (2025). Psychische Gesundheit in der Schweiz: Entwicklung, Förderung, Prävention und Versorgung Nationaler Gesundheitsbericht 2025. [23.10.25]
Universität St.Gallen (2025). St.Galler Jugendstudie 2025. [23.10.25]