In der vergangenen Woche am 11.September machte ein Clip im Social-Media-Netzwerk X (früher bekannt als Twitter) die Runde, in dem Tech-Influencer Jon Finger zunächst Englisch spricht. Eine KI-Software ändert jedoch die Sprache und passt sogar die Lippenbewegungen entsprechend an. Eine wachsende Anzahl von Nutzer*innen hat inzwischen die Technologie ausprobiert und ihre umgewandelten Videos online gestellt. Obwohl sie im Original in einer anderen Sprache sprachen, sind sie nun nahtlos in Deutsch, Italienisch und Spanisch zu hören. Dass künstliche Intelligenz im Spiel ist, ist kaum auszumachen.
Testing out @HeyGen_Official translation on French and German. I don’t speak either language so let me know if it sounds natural if you do.
— Jon Finger (@mrjonfinger) September 11, 2023
I hope if you pay you can turn off the color correction.
It didn’t work on my phone so I had to upload on my pc.https://t.co/FMJp9sJEBI pic.twitter.com/iF5eONAQ3c
Was steckt dahinter?
Wie funktioniert es?
Es ist ganz leicht: Nimm ein Video von dir auf und lade es hier hoch. Wähle für die Übersetzung zwischen 14 verschiedenen Sprachen aus (Stand: 20. September 2023):
- Input: Englisch, Spanisch, Französisch, Chinesisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Holländisch, Hindi, Japanisch
- Output: Englisch (Amerikanischer Akzent), Englisch (Dein Akzent), Spanisch, Französisch, Hindi, Italienisch, Deutsch, Polnisch, Portugiesisch, Chinesisch, Japanisch, Holländisch, Türkisch, Koreanisch
Ein Upload ist möglich für Videos von mindestens 30 Sekunden bis zu 5 min und einer max. Dateigrösse von 500 MB. Um eine gute Audio-Qualität gewährleisten zu können, sollte man Hintergrundgeräusche minimieren und idealerweise nur eine einzelne Person reden lassen. Zudem muss die Auflösung des Videos zwischen 360×360 und 4096×4096 liegen.
Was meint die Bildungslandschaft?
Die Videoübersetzungstechnologie von HeyGen löst eine Bandbreite an Reaktionen aus. Auf der einen Seite gibt es ethische Bedenken, vor allem im Hinblick auf das Potential für Deep Fakes. Besonders in Schulen könnten die Risiken schwerwiegender sein, weshalb einige, die Anwendung im Primarbereich kritisch sehen.
Auf der anderen Seite wird die Technologie im Bildungskontext, vor allem im Fremdsprachenunterricht, als äusserst nützlich erachtet. Lehrpersonen sehen grosses Potential darin, Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, mehrsprachige Avatare zu kreieren. Dies könnte vor allem für diejenigen Schüler*innen motivierend sein, die normalerweise Schwierigkeiten mit Fremdsprachen haben. Durch die Integration in Canva ist die Technologie zudem leicht zugänglich und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
Die Technologie wirft auch Fragen zur zukünftigen Bildungslandschaft auf. Es entsteht die Diskussion darüber, welche Kompetenzen im Licht der sich schnell entwickelnden KI-Technologien überarbeitet oder als zukunftsweisende Fähigkeiten betrachtet werden sollten.
Diskutiere mit uns mit! Was meinst du zum Einsatz dieser Technologie im Unterricht? Wie kann der Fremdsprachenunterricht davon profitieren und wo siehst du Probleme?
HeyGen (o.J.). AI Video Generator. [20.9.23]
HeyGen Labs (o.J.). Video Translate. [20.9.23]
SRF (2023). Was ist dran am Hype um die Übersetzungs-KI HeyGen? [20.9.23]
Stern (2023). Hype um neue Übersetzer-KI: Das ist das Start-up hinter den viralen Videos. [20.9.23]
X (2023). K.I. – Sprachtalent. [20.9.23]