Hinweis: Bei der Formulierung dieses Beitrags wurde KI-gestützt gearbeitet.
Die Universität Bern, die PISA in der Schweiz koordiniert, veröffentlichte am 8. September 2026 den nationalen Bericht «PISA 2025. Die Schweiz im Fokus» (vgl. Kurzzusammenfassung, 2026, S. 1), in welchem die Ergebnisse insbesondere mit dem Blick auf die Schweiz vorgestellt werden. Die OECD veröffentlichte 2026 den ersten von drei internationalen Ergebnisbänden, «PISA 2025 Results (Volume I). Future-Ready Students» (OECD, 2026, S. 49). Die Erhebung selbst fand 2025 statt. In der Schweiz wurde jeweils an einem Halbtag im zweiten Quartal in den Schulen getestet, geleitet von externen, geschulten Testadministrierenden (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 8).
International nahmen über 760’000 Schülerinnen und Schüler aus 91 Ländern und Volkswirtschaften teil, sie stehen für rund 33 Millionen 15-Jährige (vgl. OECD, 2026, S. 3). In der Schweiz waren es 7’597 Jugendliche aus 275 Schulen, was Rückschlüsse auf rund 77’000 15-Jährige erlaubt (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 7). Die Schweiz beteiligt sich seit 2000 an PISA. Getragen wird die Studie gemeinsam vom Bund, vertreten durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), und von den Kantonen, vertreten durch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) (vgl. Kurzzusammenfassung, 2026, S. 1).
Getestet wurden Naturwissenschaften als Hauptdomäne, dazu Lesen und Mathematik. Neu kam die Domäne «Lernen in der digitalen Welt» hinzu, aus der für die Schweiz zunächst das modellbasierte Problemlösen berichtet wird (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 6 und 13). Zu den Naturwissenschaften gehören 2025 auch umweltwissenschaftliche Kompetenzen (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 1). Erstmals wurde die Erhebung online über den Webbrowser durchgeführt (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 8). An der international angebotenen Zusatzdomäne «Englisch als Fremdsprache» hat die Schweiz nicht teilgenommen (ebd., S. 6).
PISA untersucht, inwieweit Jugendliche über Kompetenzen verfügen, mit denen sie schulische und berufliche Anforderungen bewältigen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Diese Kompetenzen werden nicht nur in der Schule erworben, sondern auch in Familie und Freizeit (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 6). Die Studie fand von 2000 bis 2018 alle drei Jahre statt, die für 2021 geplante Runde wurde pandemiebedingt auf 2022 verschoben, PISA 2025 folgte wieder im Dreijahresabstand (ebd.). Pro Runde steht eine Domäne als Hauptdomäne im Zentrum, 2025 sind es die Naturwissenschaften (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 1).
Getestet werden Jugendliche, die zum Erhebungszeitpunkt zwischen 15 Jahren und drei Monaten und 16 Jahren und zwei Monaten alt sind (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 7). Die Stichprobe wird zweistufig gezogen: zuerst Schulen, dann Schülerinnen und Schüler. Auf beiden Ebenen wird nach Merkmalen wie Sprachregion, Kanton, Schulstufe oder Geschlecht geschichtet, bevor eine Zufallsauswahl erfolgt (ebd., S. 7-8). Jede Person bearbeitet am Computer zwei 60-minütige Testteile aus zwei Domänen und füllt danach während 50 Minuten einen Fragebogen aus und auch die Schulleitungen beantworten einen Fragebogen (ebd., S. 8). Da jede Person nur einen Teil der Aufgaben bearbeitet (ebd., S. 8 f.), schätzt PISA die Kompetenzen statistisch über sogenannte Plausible Values (ebd., S. 17). Seit 2025 ist der Test auch in den Naturwissenschaften adaptiv: Nach einem und nach zwei Dritteln eines Testteils folgt je nach bisheriger Leistung ein schwierigerer oder einfacherer Abschnitt (ebd., S. 9).
Pro Person: zwei Testteile am Computer, danach ein Fragebogen
60 Minuten
Aufgaben aus Domäne A
60 Minuten
Aufgaben aus Domäne B
50 Minuten
In den Naturwissenschaften sind die Testteile adaptiv: Nach einem und nach zwei Dritteln eines Testteils folgt je nach bisheriger Leistung ein schwierigerer oder einfacherer Abschnitt.
Quelle: Erzinger et al., 2026, S. 8 f.
PISA gibt die Leistungen in Punkten an. Die Skala wurde so festgelegt, dass der Durchschnitt der OECD-Länder bei 500 Punkten lag, als ein Bereich zum ersten Mal Hauptdomäne war: im Lesen 2000, in Mathematik 2003 und in den Naturwissenschaften 2006 (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 17). Die 500 Punkte sind damit ein fester Bezugspunkt und nicht der aktuelle Durchschnitt. 2025 liegt der OECD-Durchschnitt in allen drei Bereichen darunter. Für die Einordnung von Unterschieden nennt die OECD eine Faustregel: 20 Punkte entsprechen etwa dem, was Jugendliche im Durchschnitt in einem Schuljahr dazulernen (vgl. OECD, 2026, S. 24). Der Rückgang der Schweiz im Lesen seit 2015 um 22 Punkte entspricht demnach rechnerisch rund einem Schuljahr.
Zusätzlich ordnet PISA die Leistungen Kompetenzniveaus zu. Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik haben je eine eigene Niveaustufung mit domänenspezifischen Beschreibungen (vgl. OECD, 2026, S. 23). Zental für die Einordnung ist vor allem Niveau 2: Dieses Niveau gilt als Mindestvoraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Wer es nicht erreicht, wird als leistungsschwach bezeichnet, wer eines der beiden höchsten Niveaus 5 oder 6 erreicht, als leistungsstark (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 32).
Bei der Interpretation sind mehrere Punkte zu beachten. Ein Unterschied gilt als signifikant, wenn er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zufällig entstanden ist. PISA verwendet dafür 95-Prozent-Konfidenzintervalle.
Der Schweizer Bericht betont, dass «signifikant» nicht automatisch bedeute, «dass ein Unterschied auch praktisch bedeutsam ist» (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 17). Ranglistenplätze sind deshalb mit Zurückhaltung zu lesen: In den Naturwissenschaften etwa unterscheiden sich sechs Länder statistisch nicht von der Schweiz (ebd.). 2025 wurde der Test erstmals im Webbrowser durchgeführt (ebd., S. 8). Die Fragebogendaten zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen: «Da PISA querschnittlich angelegt ist» und keine Angaben zu früheren Leistungen enthält, lassen die Befunde laut Bericht «keine kausalen Schlussfolgerungen zu» (ebd., S. 64).
Schliesslich sind nicht alle Stichproben gleich vollständig. In der Schweiz lag die Ausschlussquote, etwa für Sonderschulen oder Jugendliche mit weniger als einem Jahr Unterricht in der Schulsprache, bei 5,6 Prozent und damit knapp über der internationalen Vorgabe von 5 Prozent (ebd., S. 7). International erfüllten Albanien, Kanada, die Niederlande, Neuseeland, Norwegen und die USA einzelne Stichprobenstandards nicht (vgl. OECD, 2026, S. 16). Diese sind mit Sternchen markiert.
Ergebnisse der Schweiz
Die Schweiz liegt in allen vier getesteten Bereichen signifikant über dem OECD-Durchschnitt und gehört unter den 91 Teilnehmenden jeweils zu den 20 Ländern mit den höchsten Werten (vgl. Kurzzusammenfassung, 2026, S. 2). Über die Zeit zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Naturwissenschaften sind seit 2015 weitgehend stabil, Lesen und Mathematik gehen zurück (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 18 f., 22–24).
Der nationale Bericht stellt die Schweiz neben dem Vergleich mit allen 91 Teilnehmenden zusätzlich neun ausgewählten Vergleichsländern gegenüber. Diese weisen laut Bericht «geografische, sprachliche oder bildungspolitische Nähe» auf oder gehören in einzelnen Domänen zu den leistungsstarken Systemen (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 18). Konkret sind Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich Nachbarländer. Belgien, Kanada und Luxemburg sind wie die Schweiz mehrsprachig. Estland und Finnland sind die europäischen Länder mit den insgesamt besten Ergebnissen in früheren Runden (vgl. Kurzzusammenfassung, 2026, S. 1). Angaben zur Zahl besser oder schlechter platzierter Länder beziehen sich dagegen auf alle Teilnehmenden.
In den Naturwissenschaften erzielen elf Länder signifikant bessere Werte als die Schweiz, sechs liegen gleichauf (Erzinger et al., 2026, S. 17). Unter den neun Vergleichsländern sind nur Estland (527) und Kanada (510) signifikant besser (ebd.). In Mathematik erreichen acht Länder signifikant höhere Werte, darunter Japan und Korea. In Europa ist es nur Estland (508) (ebd., S. 23). Im Lesen liegt die Schweiz 9 Punkte über dem OECD-Durchschnitt, hinter Estland (499) und Kanada (490) (ebd., S. 21). Beim modellbasierten Problemlösen ist unter den Vergleichsländern nur Estland (541) signifikant besser (ebd., S. 24).
Die Rückgänge zeigen sich vor allem in der leistungsschwachen Gruppe. Im Lesen erreichen 28,8 Prozent der 15-Jährigen das Niveau 2 nicht, gegenüber 19,9 Prozent im Jahr 2015 und 24,7 Prozent im Jahr 2022 (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 33). In Mathematik stieg dieser Anteil seit 2015 von 15,8 auf 23,2 Prozent, liegt aber unter dem OECD-Wert von 34,8 Prozent (ebd., S. 34). In den Naturwissenschaften blieb er mit 20,7 Prozent seit 2015 ohne signifikante Veränderung (ebd., S. 32 f.). Am oberen Ende erreichen in Mathematik 15,1 Prozent die Niveaus 5 oder 6, im OECD-Mittel sind es 7,8 Prozent; seit 2015 ist der Schweizer Anteil allerdings um 4,2 Prozentpunkte gesunken (ebd., S. 34).
Insgesamt erreichen 65,4 Prozent der Jugendlichen in allen drei Kernbereichen mindestens Niveau 2, im OECD-Mittel 57,3 Prozent (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 41). Der Abstand zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Jugendlichen hatte bis 2022 zugenommen und liegt 2025 wieder ungefähr auf dem Stand von 2015 (ebd., S. 43). Aus den Fragebögen ergibt sich zudem: Unter den Vergleichsländern nutzen Jugendliche in der Schweiz KI am häufigsten für schulische Aktivitäten. Laut dem Bericht ist KI damit «fester Bestandteil der schulischen Praxis», eine signifikante Korrelation mit den Leistungen zeigt sich jedoch nicht (ebd., S. 72). 21,1 Prozent der Jugendlichen berichten von Mobbingerfahrungen, signifikant mehr als 2022 (ebd., S. 78). Eine positiv wahrgenommene Disziplin im Unterricht und kognitive Aktivierung gehen mit höheren Leistungen einher (ebd., S. 62).
Internationaler Überblick
Die höchsten Werte in allen drei Kernbereichen erreichten die chinesischen Provinzen Beijing, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang (B-S-J-Z) sowie Singapur. B-S-J-Z lag in den Naturwissenschaften (597 Punkte) und in Mathematik (612 Punkte) an der Spitze, Singapur im Lesen (535 Punkte) (vgl. OECD, 2026, S. 69). Estland, Japan, Korea, Macao, Chinese Taipei und das Vereinigte Königreich gehören in allen drei Bereichen zu den zehn Systemen mit den höchsten Werten (ebd., S. 25).
Der OECD-Durchschnitt ist 2025 in allen drei Kernbereichen so tief wie in keiner früheren Erhebung (OECD, 2026, S. 25). Zwischen 2015 und 2025 sank er im Lesen um 28 Punkte, in Mathematik um 22 und in den Naturwissenschaften um 7 Punkte (ebd., S. 3 f.). Der Rückgang begann in vielen Ländern bereits vor der Covid-19-Pandemie (ebd., S. 3). Im Lesen betrifft er vor allem anspruchsvollere Prozesse wie das Bewerten von Informationen und das Verknüpfen mehrerer Quellen (ebd., S. 25). Rund 20 Prozent der 15-Jährigen in OECD-Ländern bleiben in allen drei Bereichen unter Niveau 2, 2022 waren es 16 Prozent (ebd., S. 3). Einige Länder entwickelten sich gegenläufig: Costa Rica, die Slowakei, die Türkei und das Vereinigte Königreich verbesserten sich seit 2022 in den Naturwissenschaften (ebd., S. 25).
Bei der Einordnung dieser Daten ist Vorsicht geboten. B-S-J-Z steht für vier Provinzen und nicht für China als Ganzes. Singapur und Macao sind Stadtstaaten bzw. Sonderverwaltungsregionen und mit grösseren Staaten nur eingeschränkt vergleichbar. Für sechs Teilnehmende, darunter Kanada und die USA, weist die OECD auf nicht erfüllte Stichprobenstandards hin (vgl. OECD, 2026, S. 16). Die Ergebnisse sagen zudem wenig darüber aus, wie Leistungen zustande kommen: Unterrichtszeit, Nachhilfeunterricht, Zusammensetzung der Schülerschaft und kulturelle Faktoren unterscheiden sich zwischen den Systemen und sind aus Ranglisten nicht ablesbar. Dass sich die sozialen Leistungsunterschiede im OECD-Mittel seit 2022 verringert haben, geht nach OECD-Angaben auf schwächere Leistungen privilegierter Jugendlicher zurück, nicht auf Verbesserungen bei benachteiligten (ebd., S. 69).
Ausblick
Die nächste Erhebung ist PISA 2029. Ab dann soll die Studie voraussichtlich alle vier statt alle drei Jahre stattfinden (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 6). Hauptdomäne wird wieder das Lesen; die OECD überarbeitet dafür das Rahmenkonzept und will die Fragen zum Rückgang der Lesekompetenzen erneut aufgreifen (vgl. OECD, 2026, S. 318).
Zu PISA 2025 folgen weitere Auswertungen. Die OECD kündigt einen Band zu den Englischkenntnissen und einen zum Lernen in der digitalen Welt an (vgl. OECD, 2026, S. 49). Vertiefende Analysen zu beiden Teilkompetenzen dieser Domäne, dem modellbasierten Problemlösen und dem selbstregulierten Lernen, sollen 2027 erscheinen (vgl. Erzinger et al., 2026, S. 13). Mit den 2025 erstmals erhobenen Bereichen entsteht zudem eine Ausgangsbasis, an der sich künftige Entwicklungen messen lassen.
Quellen:
Erzinger, A. B., Pham, G., Denecker, C., & Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). PISA 2025. Die Schweiz im Fokus. Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606
Kurzzusammenfassung. Anhang zur Medienmitteilung PISA 2025. (2026). https://cms.news.admin.ch/fileservice/sdweb-docs-prod-nsbcch-files/files/2026/09/07/abe827cf-45c1-4a20-bed6-b0416f561c45.pdf
OECD. (2026). PISA 2025 Results (Volume I): Future-Ready Students. OECD Publishing. https://doi.org/10.1787/73451bc5-en