Hinweis: Bei der Formulierung dieses Beitrags wurde KI-gestützt gearbeitet.
Für Konzentration ist vor allem der präfrontale Cortex zuständig: Er steuert Planung und Selbstkontrolle, blendet Unwichtiges aus und lenkt die Aufmerksamkeit gezielt. Dabei kommunizieren Nervenzellen intensiver miteinander, bestehende Verbindungen werden gestärkt, und es wird Dopamin ausgeschüttet, ein Botenstoff, der Antrieb und Fokus unterstützt. Bei Jugendlichen ist dieser Bereich noch in der Entwicklung, während das Belohnungssystem bereits hoch aktiv ist, was sie besonders empfänglich für kurzfristige Reize macht (SRF, 2026).
Werden wir wirklich unkonzentrierter oder nur mehr abgelenkt?
Laut der Neurowissenschaftlerin Dr. phil. Barbara Studer trainieren die Medien um uns vor allem die Fähigkeit, schnell zwischen Reizen zu wechseln («Switching»), während die Daueraufmerksamkeit dadurch seltener geübt wird. Ein Effekt, der sich besonders bei 8- bis 22-Jährigen in Langzeitstudien zeige (vgl. SRF, 2026). Bereits das blosse Herumliegen eines Smartphones senkt die Konzentrationsfähigkeit um rund 12–13 %, ohne dass wir das selbst bemerken.
Dies deckt sich mit der Studie von Ward et al. (vgl. 2017). In Experimenten mit rund 520 Personen sank die verfügbare kognitive Kapazität, wenn das eigene Smartphone in Reichweite lag. Die Erklärung: Allein der Prozess, automatische Aufmerksamkeit auf das Gerät zu unterdrücken, bindet kognitive Ressourcen, die für die eigentliche Aufgabe fehlen (Ward et al., 2017).
Dranbleiben trainieren und Nichttun aushalten
Gerade das Dranbleiben sei etwas, das wir viel mehr trainieren sollten, so Barbara Studer. Trainieren liesse sich das im Alltag zum Beispiel so: Wenn wir an einer Tätigkeit dran sind und merken, dass wir am liebsten etwas anderes tun oder uns ablenken lassen würden, genau dann sollten wir dranbleiben und den Fokus bewusst darauf richten. Jedes Mal, wenn es Überwindung kostet, an etwas dranzubleiben, entsteht im Kopf ein Krafttrainingseffekt (vgl. SRF, 2026).
Ablenkung lauert im Alltag überall, weshalb uns das Dranbleiben zunehmend schwerer fällt. Es werden immer mehr Informationen produziert: mehr akustische, mehr soziale, mehr visuelle Reize. Und sobald es einmal ruhiger wird, füllen wir die Pausen schnell mit dem Smartphone. Arbeit, Freizeit und soziale Kontakte überlappen sich ständig, sodass das Hirn selten das Signal erhält «Jetzt ist Feierabend».
Einfach mal nichts zu tun, löst bei uns oft das Gefühl aus, untätig zu sein, und wir möchten die Zeit lieber nutzen. Dabei wäre es hocheffizient, sich diese Auszeit hin und wieder zu nehmen. Barbara Studer stellt sich deshalb tatsächlich einen Timer auf zehn Minuten. In dieser Zeit verarbeitet das Hirn hochaktiv, der Frontalcortex bündelt Ressourcen und baut die Kapazität wieder auf, um danach wieder konzentriert und leistungsfähig zu sein. Es lohnt sich also, aktiv einen Leerlauf beziehungsweise eine Pause einzuplanen, um die Konzentrationsfähigkeit wiederherzustellen (vgl. SRF, 2026).
Im Beitrag von SRF «Einstein» werden verschiedene Tests zur Konzentration vorgestellt, einer davon ist der Stroop-Test. Dabei werden Testpersonen Wörter für Farben (z. B. «Rot», «Blau», «Grün») gezeigt, die jedoch in einer anderen Farbe geschrieben sind als das Wort selbst aussagt. Die Aufgabe best Beim Stroop-Test werden Testpersonen Wörter für Farben (z. B. «Rot», «Blau», «Grün») gezeigt, die jedoch in einer anderen Farbe geschrieben sind als das Wort selbst aussagt. Die Aufgabe besteht darin, möglichst schnell die tatsächliche Schriftfarbe zu benennen und nicht das geschriebene Wort vorzulesen.
Das ist schwieriger als erwartet, weil das automatische Lesen des Wortes mit der bewussten Benennung der Farbe konkurriert. Dieser Effekt wird als Interferenz bezeichnet und macht den Test zu einem gängigen Mass für Aufmerksamkeit, Konzentration und die Fähigkeit, automatische Reaktionen zu unterdrücken.
Im Kern prüft der Test damit die selektive Aufmerksamkeit: die Fähigkeit, sich gezielt auf die relevante Information (die Farbe) zu konzentrieren und gleichzeitig eine dominante, aber irrelevante Information (das gelesene Wort) auszublenden. Je besser diese selektive Aufmerksamkeit funktioniert, desto geringer fällt die Interferenz aus und desto schneller und fehlerfreier gelingt die Farbbenennung.
Konzentration im Klassenzimmer
Im Oberstufenschulhaus Meiringen werden Smartphones deshalb morgens eingesammelt und in einer Box verstaut. Die Schüler*innen nehmen das eher als Entlastung denn als Einschränkung wahr, da sie die Absenz des Smartphones als gewinnbringend für die Konzentration und das soziale Miteinander erleben (vgl. SRF, 2026).
Dass Konzentration ein grosses Thema ist, bestätigt auch Dr. Katja Margelisch, ehemalige Dozentin der PH Bern auf der Sekundarstufe 1. Sie beobachtet bei Lehrpersonen zunehmend, dass Schüler*innen schneller abschweifen und sich schwerer damit tun, über längere Zeit an einer Sache dranzubleiben (vgl. SRF, 2026).
Benjamin Recke, Lehrperson der Sekundarstufe 1 in Meiringen, begegnet dem mit Abwechslung im Unterricht, um die Aufmerksamkeit der Schüler*innen hochzuhalten. Dabei setzt er auf multimodales Lernen, also das gleichzeitige Lernen und Aufnehmen von Informationen über verschiedene Sinne, wodurch sich Inhalte besser im Gedächtnis festigen. Der Wechsel zwischen Aktivitäten hat zudem den Effekt, dass weniger Pausen nötig sind, weil dabei verschiedene Hirnareale unterschiedlich stark aktiviert werden.
Genauso wichtig sind Struktur, klare Regeln und Rituale, die Sicherheit geben, weil sich das Gehirn nicht mit offenen Fragen beschäftigen muss. Das entlastet und schafft Raum für das Wesentliche. Eine gute Beziehung zwischen Schüler*innen und Lehrpersonen ist dafür laut Benjamin Recke ebenfalls eine wichtige Voraussetzung (vgl. SRF, 2026).
Auch der Raum selbst kann die Konzentration unterstützen. Ruhigere Sitzplätze und ein Lärmpegelmesser, der bei zu hohem Geräuschpegel rot aufleuchtet, helfen Schüler*innen dabei, sich gerade bei Gruppenarbeiten selbst zu regulieren (vgl. SRF, 2026). Dr. Katja Margelisch hebt hervor, dass Bewegung (draussen) auch als Pause wirke, frischen Sauerstoff bringt und möglicherweise das Stresslevel senke sowie einen neuen Blickwinkel eröffnen könne (SRF, 2026).
Das Alter spielt zudem auch eine Rolle. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Konzentrationsfähigkeit: von bis zu 15 Minuten bei 5- bis 7-Jährigen über 20 Minuten bei 7- bis 10-Jährigen und 25 Minuten bei 10- bis 12-Jährigen bis zu 30 Minuten bei 12- bis 16-Jährigen (vgl. SRF, 2026).
Konzentration fördern ist ein aktiver Prozess
Wichtig sei die Erkenntnis und Haltung, dass das Hirn kein Kiosk ist: Man kann Anforderungen an das Hirn nicht einfach auf Knopfdruck bestellen, sondern muss die dafür nötigen guten Bedingungen aktiv schaffen. Das ist ein aktiver Prozess. Man kann sich bewusst vornehmen, morgens zu frühstücken, genügend zu schlafen, sich am besten am Morgen zu bewegen, regelmässig Pausen zu machen und Ablenkungen zu reduzieren. All das schafft gute Bedingungen für das Hirn. Dieser Prozess läuft nicht automatisch, sondern erfordert aktives Handeln.
Man weiss, was man selbst tun kann, um die eigene Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit zu fördern, und dies muss priorisiert werden. Es wäre ein Fehlschluss zu denken: «Heute habe ich zu viel zu tun, deshalb bleibt keine Zeit für Bewegung oder eine Pause.» Man sollte an den Frontalcortex denken, der Unterstützung, Pausen und Sauerstoff braucht, und dies gezielt einplanen.
Zusätzlich motiviert es, sich selbst für Erfolge zu belohnen und so das eigene Belohnungssystem zu aktivieren, aber auch Fehler zu «feiern». Denn Misserfolg bedeutet, es gar nicht erst zu versuchen, Erfolg bedeutet, es zu versuchen.