Im Fremdsprachenunterricht treffen Schüler*innen mit sehr unterschiedlichen Sprachkompetenzen aufeinander. Während einige noch an grundlegenden sprachlichen Fertigkeiten arbeiten, können andere bereits komplexere Inhalte bearbeiten. KI-gestützte Tools bieten Möglichkeiten für interaktive und individualisierte Lernprozesse, doch es fehlt bisher ein systematischer Ansatz für deren didaktisch sinnvollen Einsatz. Besonders die Frage, welche KI-Kompetenzen Lernende für den erfolgreichen Umgang mit diesen Tools benötigen, ist noch wenig erforscht.
Das Projekt untersucht, wie eine strukturierte Aufgabenmatrix gestaltet werden kann, die sprachliche Komplexität mit inhaltlichen Anforderungen verbindet. Dabei wird zwischen alltagssprachlichen Kompetenzen (BICS) und bildungssprachlichen Fähigkeiten (CALP) unterschieden. Es entstehen prototypische Lernszenarien, die sowohl die Funktionalitäten verschiedener KI-Tools als auch die unterschiedlichen (sprachlichen) Kompetenzprofile der Lernenden berücksichtigen. Zusätzlich wird analysiert, welche linguistischen Qualitäten sich in den KI-generierten Interaktionen zeigen und welches Lernpotenzial daraus abgeleitet werden kann.
Das Projekt evaluiert zunächst verschiedene KI-Tools anhand technischer, didaktischer und praktischer Kriterien. Anschliessend werden vier Lernszenarien für unterschiedliche Kombinationen aus sprachlicher Komplexität und inhaltlichen Anforderungen entwickelt. Diese werden in jeweils drei Französisch- und Englischklassen erprobt und mittels Fragebögen sowie Beobachtungsprotokollen evaluiert. Die Transkripte der KI-Lernenden-Interaktionen werden bezüglich quantitativer und qualitativer Sprachmerkmale analysiert. Parallel dazu wird ein KI-Kompetenzmodell für den Fremdsprachenunterricht entwickelt und in die Lernszenarien integriert.
Leitung
Meike Raaflaub
Projektmitarbeitende
Diane Würgler
Meike Raaflaub
Dr. Brigitte Reber
Laufzeit
01.08.2026 bis 31.07.2027