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Wie sehen die Schulen der Zukunft aus? Mit welchen Chancen und Herausforderung ist das Bildungssystem der Zukunft konfrontiert? Der Trendguide «Schulen der Zukunft» gibt einen Einblick.

Der Trendguide «Schulen der Zukunft» der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit fasst zentrale Trends und Herausforderungen für die Bildung und das Bildungswesen zusammen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Er behandelt Fragen wie die Bedeutung von Bildung für das Leben und die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung der Bildung, die Auswirkungen von Megatrends wie Globalisierung, Urbanisierung, Konnektivität und New Work, die Vermeidung einer Spaltung der Bildungslandschaft zwischen Stadt und Land und die Förderung von ländlichen Regionen. Weitere Themen sind die notwendigen Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen, die Verknüpfung von theoretischer und praktischer Bildung und die Umsetzung des Ziels des lebenslangen Lernens. Der Trend-Guide untersucht auch Vorreiter und Best Practices in der Bildung und betont die Notwendigkeit einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und Institutionen.

Was sind Megatrends?

Megatrends sind langfristige Entwicklungen, die unsere Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig prägen und in der Regel nicht nur kurzfristig, sondern über mehrere Jahrzehnte hinweg bestehen bleiben. Sie werden oft als «Mega-» bezeichnet, weil sie die Lebensweise und die globalen Herausforderungen der Menschheit auf eine grundlegende Weise beeinflussen.

Megatrends sind mehrdimensional und beeinflussen sich gegenseitig. Sie können viele Bereiche umfassen, darunter Technologie, Wirtschaft, Gesellschaft. 

Im Trendguide werden 4 Megatrends und ihre Auswirkungen auf das deutsche Schulsystem beschrieben: 

1. Konnektivität

Kinder wachsen mit digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets und Computer auf und zählen somit zu den «Digital Natives». Ziel von Schulen müsse es sein, die Kinder zu medialer Selbstkompetenz zu erziehen. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Ausstattung an digitalen Geräten an Schulen sowie Zugang zu WLAN.

2. Urbanisierung

Schulen in der Städten wachsen, während Schulen auf dem Land teilweise schrumpfen und mit anderen Problemen zu kämpfen hätten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Personen in einem städtischen Umfeld eine Hochschule besuchen ist höher, als bei Personen aus ländlichen Gegenden. 

3. Individualisierung und Globalisierung

Die Heterogenität in Schulklassen nimmt weiter zu und wird auch in Zukunft Herausforderungen mit sich bringen. Um die Bildungsgerechtigkeit weiter voranzutreiben müsse das qualitative Ganztagesangebot an Grundschulen auf- und ausgebaut werden. Zudem müsse vermehrt eine Verbindung zwischen fachlichen sowie überfachlichen Kompetenzen geschaffen werden, sowie soziales und demokratisches Engagement gestärkt werden. 

4. New Work

In der Zukunft wird die Arbeitswelt von neuen Prinzipien geprägt sein, die eine höhere Diversität, Digitalisierung und Inklusion fordern. Um den Anforderungen gerecht zu werden, sind Kompetenzen wie Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Weltanschauungen, Kreativität und Neugierde, emotionale Intelligenz und Empathie sowie die Fähigkeit zum Selbstlernen und gemeinsamen Lernen immer wichtiger. Das Konzept des «lebenslangen Lernens» wird dabei eine zentrale Rolle spielen und erfordert kontinuierliches Re- und Upskilling, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

5 Prinzipien für die zukünftige Bildungswelt

 

5 Prinzipien (Quelle: Eigene Darstellung)

Kompetenzen für das 21. Jahrhundert:
«In Zukunft kommt es auf ein Set von analogen und digitalen Kompetenzen an, die junge Menschen erwerben sollten. Neben den bekannten Grundkompetenzen Sprachen, Rechnen, Lesen und Schreiben, Geschichte, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Politik werden nach dem 4-K-Modell der Organisation „Partnership for 21st Century Learning“ in Zukunft vier analoge Kompetenzen wichtig: Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken und Kollaboration.»

Resilienz & Selbstwirksamkeit:
Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen. [...] Zur Resilienz gehört auch das Prinzip der Selbstwirksamkeit: die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen und dabei das eigene Gleichgewicht zu bewahren.

Diversität & Inklusion:
Die Rahmenbedingungen sind so zu gestalten, dass sie jedem Einzelnen die Teilhabe ermöglichen.

Kultur der Führung & Verantwortung:
Eine zukunftsweisende Führungskultur in Schulen erlaubt Veränderung und bestärkt Lehrkräfte, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eigene Wege zu gehen.

Agilität:
Wenn Schulen in einer sich ändernden Gesellschaft noch relevant bleiben wollen, müssen sie sich ebenfalls ändern.

Der Trendguide «Schulen der Zukunft» der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gibt einen Überblick, mit welchen Chancen und Herausforderungen das Bildungssystem im deutschsprachigen Raum in Zukunft konfrontiert sein wird. Der Trendguide umfasst neben dem Beschrieb von Megatrends und den Prinzipien noch weitere spannende Einblicke zu «Perspektiven für die Zukunft» und stellt im Abschnitt «Pioniere» Schulen vor, die bereits heute zukunftsfähige Konzepte verfolgen. 

Insgesamt gibt es viele Kompetenzen, die uns dabei helfen werden, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Eine entscheidende Zukunftskompetenz wird jedoch immer bleiben: Die Fähigkeit zur Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Denn nur wer in der Lage ist, sich auf neue Situationen einzustellen und sich schnell an Veränderungen anzupassen, wird in der Zukunft erfolgreich sein.


Quellen:

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (2020). Trendguide: Schulen der Zukunft. [6.3.23] 

Zukunftsinstitut GmbH (2020). Wie um die Megatrends gesellschaftlicher Wandel entsteht. [6.3.23] 

 

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