Think Tank Medien und Informatik

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Einige Social Media Apps auf dem Handy, welches in einer Hand liegt
Soziale Medien sind fester Bestandteil unseres Lebens geworden, mit über 4,48 Milliarden Menschen, die täglich verschiedene soziale Netzwerke nutzen. Die Attraktivität von den Plattformen liegt in der Vielfalt. Für jeden Benutzertyp und jedes Interesse gibt es ein geeignetes Netzwerk. Dieser Blog beschreibt, welche Kategorien an sozialen Medien es überhaupt gibt und wie sie allenfalls in den Unterricht integriert werden können.
Die sechs Hauptkategorien von ‹Social Media› sind:
  1. Soziale Netzwerke: Diese Netzwerke bauen Gemeinschaften mit gemeinsamen Interessen auf. -> Beispiele: Facebook, LinkedIn, Twitter
  1. Medien-Sharing: Benutzer:innen können Videos und Bilder teilen. Immer mehr nutzen diese Plattformen aus geschäftlichen Gründen. -> Beispiele: YouTube, TikTok, Instagram
  1. Bookmarking: Diese Websites ermöglichen das Speichern und Organisieren von Links und Inhalten. -> Beispiele: Pinterest, Flipboard
  1. Diskussionsnetzwerke: Benutzer:innen können über verschiedene Themen diskutieren. -> Beispiele: Reddit, Quora
  1. Social Reviews: Auf diesen Plattformen können Benutzer:innen Bewertungen zu Produkten, Dienstleistungen und Orten teilen. -> Beispiele: Yelp, Tripadvisor
  1. Sharing Economy: Diese Netzwerke verbinden Menschen, die etwas teilen möchten, mit denen, die etwas brauchen.  -> Beispiele: Airbnb, Lyft
Die Vielfalt der sozialen Medien im Klassenzimmer: Aktive Lernwerkzeuge für jeden Bedarf

Für jeden Bedarf gibt es ein geeignetes soziales Medium, sei es für persönliche, soziale Interaktionen als auch für geschäftliche Zwecke. Auch Lehrpersonen integrieren immer mehr soziale Medien in ihre Klassenräume. Soziale Medien prägen die Art und Weise, wie Schüler:innen heutzutage lernen und interagieren. Verschiedene Plattformen können als aktive Lernwerkzeuge eingesetzt werden:

  • Google Docs (Inhalte kollaborativ bearbeiten und speichern)
  • Blogs (mit Kommentar-Funktion, um den Inhalt zu diskutieren)
  • Skype (miteinander online interagieren)
  • Facebook (Gruppen kreieren und Informationen in diesen Gruppen teilen)
  • Twitter (beispielsweise Hashtags gebrauchen, um Debatten und Diskussionen anzuregen)
  • YouTube (beispielsweise Präsentationen gestalten und hochladen)

Im nächsten Abschnitt kannst du dich genauer in die einzelnen Punkte einlesen.

Praktische Tools für aktives Lernen und mehr

Google Apps bietet eine Vielzahl nützlicher Tools wie Google Docs und Google Classroom. Lehrpersonen können beispielsweise ihren eigenen Google Classroom erstellen, um Video-Meetings abzuhalten. Mit Google Forms können sie Umfragen erstellen, um beispielsweise am Ende des Jahres Rückmeldungen einzusammeln für das nächste Schuljahr. Auf Google Drive können Schüler und Schülerinnen ihre Arbeiten einreichen, Ressourcen teilen und über E-Mails interagieren. Google Slides ist praktisch für das kollaborative Erstellen von Präsentationen, Google Sheets für Datenabellen.

Bloggen bietet Schüler:innen eine Möglichkeit, digitale Inhalte zu erstellen. Wir schreiben unseren Blog auf der Plattform WordPress, es gibt jedoch auch viele andere Blog-Plattformen (Wix, Tumblr, Medium), auf denen Lehrpersonen beispielsweise einen Klassenblog erstellen können. Es kann so eingestellt werden, dass nur die Klasse die Blogs sehen und kommentieren kann. Als Lehrperson kann man so die Schüler:innen ermuntern, über ihre eigenen Interessen zu schreiben. Laut Dakic (o. D.) fördern Blogging-Praktiken kreative Fähigkeiten und Forschung bei Schüler:innen.

Über Skype kann mit der Klasse in Verbindung getreten (oder für grössere Gruppenprojekte genutzt) werden. Der Bildschirm kann man aufzeichnen, damit der Inhalt erneut angesehen werden kann. Lehrpersonen können Gastdozenten und Gastdozentinnen von überall her online bequem einladen. Über Video-Messaging können Schüler:innen Video-Nachrichten austauschen.

Facebook ist eine weitere Social-Media-Plattform, welche für den Unterricht genutzt werden kann. Lehrpersonen können eine Facebook-Gruppe für die Klasse erstellen. Diese Gruppen haben Datenschutzeinstellungen und sind daher relativ sicher für das Teilen von Informationen. Laut Dakic ist es jedoch wichtig, mit Eltern vorher darüber zu sprechen: Eventuell möchten die nicht, dass ihre Kinder Facebook-Profile haben. Facebook eignet sich auch für (facebook-)Umfragen und das Synchronisieren von Kalenderevents. Mit Facebook Live kann Unterricht als Direktsendung (also live) übertragen werden. Auf den offiziellen Profilen werden Updates gepostet, welche dann die Schüler:innen (und allenfalls Eltern) sehen können.

Auch Twitter kann als Lernwerkzeug dienen. Mit festgelegten Hashtags könnte man beispielsweise Twitter-Diskussionen organisieren. Beispielsweise können Schüler:innen innerhalb von 15 Minuten Beiträge tweeten (nach einer Online-Recherche). Die begrenzte Zeichenanzahl erfordern von den Kindern/Jugendlichen sich präzise und klar auszudrücken, ein wichtiger Skill für das spätere Leben. Die Lehrperson kann beispielsweise den Schüler bitten, eine Zusammenfassung eines Buches zu twittern. Twitter kann einen unterhaltsamen Aspekt in das Lernen einführen, es besteht jedoch (wie bei manch anderen Apps) die Ablenkungsgefahr.

Pinterest bietet die Möglichkeit, den Lehrpersonen bei der Lehrplan Erstellung zu helfen. Beispielsweise können sie ein Pinterest-Board für die Klasse erstellen und Pins speichern, welche für den Unterricht relevant sein können. Für bestimmte Unterrichtsthemen kann verschiedene Boards erstellt werden. Ebenfalls kann über Pinterest Websites, Bücher, Videos etc. auf dem Board gepinnt werden, welche die Schüler und Schülerinnen so nutzen können. Oder die Schüler:innen erstellen eigene Boards, die sie beispielsweise später präsentieren.

Youtube kann von Lehrpersonen genutzt werden, in dem sie beispielsweise einen Kanal für ihre Klasse erstellen. Darauf können Bildungsvideos und Podcasts veröffentlicht werden. Schüler:innen können miteinander interagieren und so Wissen auf andere Arten aufnehmen. Ted-Talks bieten beispielsweise eine Bandbreite von spannenden und informativen Vorträgen.

LinkedIn ist DAS Business-Netzwerk, welches auch im Unterricht gebraucht werden kann. Schulen und Universitäten sind häufig auf LinkedIn präsent. Ein frühzeitiges Aufbauen eines Netzwerkes kann bei der Jobsuche helfen (hierbei stellt sich natürlich die Frage, wie früh dies geschehen soll).

Instagram bietet ebenfalls eine unterhaltsame Möglichkeit, Projekte mit Fotos beziehungsweise Videos («Reels») interessanter zu gestalten. Foto/Video-basierte Unterrichtsstunden können auf diesen Plattformen geschehen. Schülerinnen und Schüler können Instagram nutzen für Foto-Essays, Präsentationen und Storytelling. Mit den passenden Hashtags können (z. B. #Sehenswürdigkeit) themenbasierte Fotos gemacht und gepostet werden. Die Klasse muss dafür ein Instagram-Konto erstellen. Instagram dient als weiteres Social Media Beispiel, welches ein Bildungspotential liefert. Es muss aber unbedingt sichergestellt werden, dass es angemessen für Bildungszwecke genutzt und beispielsweise Cybermobbing nicht noch eine Plattform geliefert wird.

Fazit

Soziale Medien sind ein Bestandteil unseres Alltags und eine Integration in den Unterricht (zumindest zu einem gewissen Grad – sei es «nur» in medienpädagogischer Sicht) sinnvoll. Jede Plattform bietet dabei verschiedene Möglichkeiten für den Einsatz, um beispielsweise kollaboratives Zusammenarbeit der Schüler zu fördern. Den angemessenen Umgang mit den sozialen Medien umfasst auch die Sensibilisierung für mögliche Risiken (beispielsweise Schutz der Privatsphäre und Umgang mit Cybermobbing). Es ist wichtig, den Schüler:innen beizubringen, wie sie verantwortungsbewusst in der digitalen Welt agieren.

Quellen:

apppicker. (31. Dezember, 2022). 6 Types of Social Media Explained – Definition, Examples, and List of Apps

Dakic, M. (o. D.) How to Incorporate Social Media in Classrooms

 

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