Think Tank Medien und Informatik

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Frau sitzt besorgt/demotiviert vor dem Laptop und stützt ihren Kopf mit den Händen ab.
Vielleicht hast du kaum Angst von KI (siehe unseren letzten Blogbeitrag!), aber die Schnauze - entschuldige unsere Wortwahl - langsam voll von KI? Wir auch (teilweise).

Chatbots wie ChatGPT machen enorme Fortschritte und haben eine grosse Präsenz in unserem Leben. Egal ob auf Websites oder in sozialen Medien, sie sind überall da. Auch wenn die Faszination steigt, staut sich auch langsam ein wenig die Frustration. Die Technologie macht enorme Fortschritte, aber auch sie hat ihre Grenzen und Einschränkungen. Viele Menschen teilen Gefühle von Entfremdung. Ein Austausch von Erfahrungen kann beitragen, eine positive Erfahrung für alle zu gelangen.

Peter Bryant schreibt in seinem Blog, dass Behauptungen über KI auf die Bildung oft übertrieben dargestellt werden und häufig auf unzureichenden Fallstudien basieren. Statt über die potenziellen Auswirkungen auf die Bildung zu sprechen, sollte laut Bryant der Fokus auf Bewertungsmethoden liegen. Die Konzentration auf das «Bekämpfen» führe zu ineffektivem Lernen. Es ist wichtig, mögliche Bedenken anzugehen und kritisch hinterfragen, insbesondere bezüglich rechtlicher Frage. Es gilt sicherzustellen, dass Daten richtig zugeordnet werden, um ethische Herausforderungen zu berücksichtigen. Bryant betont jedoch auch, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen wird und teilt das Lied ‘IDGAF’ von Dua Lipa. Warum interessiert ihn ChatGPT nicht? Hier sind vier Gründe:

  1. Die Befürworter von ChatGPT haben ähnliche Versprechungen gemacht wie bei früheren Technologien (z. B. MOOCs), die letztendlich keine umfassenden Veränderungen im Bildungswesen bewirkten.

  2. Die Probleme mit der Bewertung im Hochschulwesen bestehen schon lange. Künstliche Intelligenz wie ChatGPT verschärft diese Probleme, indem sie inauthentische Praktiken verstärkt und das eigentliche Lernen vernachlässigt.

  3. ChatGPT reproduziert nur Informationen effizienter, ohne wirklich zu lernen. Es kann keine echten kreativen Werke wie Musik hervorbringen, da es keine menschlichen Emotionen und Erfahrungen besitzt.

  4. Die Verwendung von generativer KI wie ChatGPT wirft ethische Fragen auf, insbesondere in Bezug auf den Schutz der Privatsphäre, Datenquellen und Urheberrechte. Hochschulen müssen diese Fragen berücksichtigen, bevor sie solche Technologien einsetzen.

Wir sollten die positiven Aspekte von Künstlicher Intelligenz nicht ausser Acht lassen. Die Technologie hat das Potenzial, unser Leben zu erleichtern und komplexe Probleme zu lösen. Wir werden weiterhin über KI schreiben, aber es tut auch gut, mal seinen Frust abzulassen, um die Diskussion voranzutreiben und um potenzielle Bedenken etwas zu mildern.

Quelle:

Bryant, P. (26. Januar, 2023). ChatGPT: IDGAF (Or: how I learned to Stop Worrying and Ignore the Bot). Peter Bryant: Post digital learning. https://peterbryant.smegradio.com/chatgpt-idgaf-or-how-i-learned-to-stop-worrying-and-ignore-the-bot/

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