Think Tank Medien und Informatik

Think Tank Medien und Informatik

Logo der PHBern

Die Angst etwas zu verpassen oder auch FOMO (fear of missing out) genannt ist für viele Menschen eine wichtige Erfahrung. Eine potenziell tolle Erfahrung zu verpassen, während man selber zu Hause arbeiten muss oder nicht eingeladen wurde, ist verbunden mit Frustration und der Tendenz sich zu vergleichen. Selbst mit grosser Willenskraft ist es schwierig diese Ängste, etwas zu entgehen, auszublenden. Begleitet wird FOMO häufig mit dem zwanghaften Verhalten, soziale Verbindungen aufrechtzuerhalten sowie ein Gefühl der Rastlosigkeit. Eine empirische Untersuchung von FOMO zeigt, dass Studierende FOMO häufig erleben, vor allem später am Tag und später in der Woche sowie währenddem Lernen oder Arbeiten. Häufigere FOMO-Erfahrungen gingen mit Müdigkeit, Stress und körperlichen Beschwerden einher. Soziale Medien können die Ängste verstärken, da viele NutzerInnen sich über den Ereignissen von ihrem Umfeld auf dem Laufenden halten. Wir sind uns nun bewusster, was wir verpassen, wenn wir Fotos und Videos von Freunden sehen, obwohl diese Fotos eventuell nicht der Realität entsprechen. Solche Posts wecken unangemessene Erwartungen. Studien aus den USA zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Nutzung sozialer Medien und der Angst, etwas zu verpassen. 


Junge Frau mit Handy ist müde von sozialen Medien und hat Kopfschmerzen. Quelle: envatoelements

FOMO ist ein Problem, mit welchem vor allem auch Jugendliche jeden Tag zu tun haben. Sie haben das Gefühl, dass der Spass woanders ohne sie stattfindet. Eine Studie zeigt, dass Menschen unter 30 Jahren häufiger unter FOMO leiden. Als Lehrperson kann man Jugendliche folgende Dinge empfehlen, um dieses beschleichende Gefühl loszuwerden:

  • Soziale Medien weniger nutzen: Eine Begrenzung der Nutzung auf 30 Minuten pro Tag kann zu einer Verbesserung des Wohlbefindens führen. Wir schauen nicht mehr so stark auf das, was andere tun und konzentrieren uns auf unsere Erfahrungen. Positive Emotionen werden verstärkt.
  • Sich auf das Positive fokussieren, so kann beispielsweise ein Dankbarkeitstagebuch geführt werden.
  • Rausgehen, den Hobbys nachgehen, freiwillige Arbeit und das Aufbauen Beziehungen sind hilfreich gegen FOMO. Starke Freundschaften lindern den Schmerz von FOMO.

Mit FOMO-Erfahrungen kann ausserdem umgegangen werden, indem Kognitionen oder Verhaltensweisen als Reaktion auf die Gefühle geändert werden. Gedankentagebücher, Selbstreflexion und Therapie können unterstützend sein. 

 

Quellen:

Centre for mental health (o. D.). Anxiety, loneliness and Fear of Missing Out: The impact of social media on young people’s mental health. https://bit.ly/3KRjyTm

Gupta, M. & Sharma, A. (2021). The World Journal of Clinical Cases Fear of missing out: A brief overview of origin, theoretical underpinnings and relationship with mental healthhttps://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8283615/

Milyavskaya, M., Saffran, M., Hope, N., & Koestner, R. (2018). Fear of missing out: Prevalence, dynamics, and consequences of experiencing FOMO. Motivation and Emotion42(5), 725–737. https://doi.org/10.1007/s11031-018-9683-5

Teaching teens how to overcome Fomo. Newport Academy. (2018). https://www.newportacademy.com/resources/empowering-teens/how-to-overcome-fomo/ 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Adresse

PHBern
Netzwerk Digitale Transformation
Think Tank Medien und Informatik
CH-3012 Bern

Kontakt

ttim@phbern.ch
+41 31 309 28 95